Förderverein "Camiri" e.V.

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 Straßenkinderprojekt

interner Linkdeutsch interner Linkcastellano

Wie in vielen Entwicklungsländern gibt es auch in Bolivien, somit auch in der Stadt Camiri, Kinder die auf der Straße leben und arbeiten. Der Kontakt zwischen den Kindern und deren Familien ist unterschiedlich - manche schlafen zu Hause und tragen mit ihrer Arbeit zum Familieneinkommen bei, andere sind auf sich selbst gestellt, sie arbeiten um zu leben.

Fußballspiel in der Gruppe

Die Arbeit der Kinder kann ganz unterschiedlich sein. Jungen arbeiten als Schuhputzer, verkaufen Zeitungen und Süßigkeiten oder sie putzen Autoscheiben an Ampeln. Mädchen dagegen arbeiten oft als Haushaltshilfen oder prostituieren sich. Immer aber sind diese Kinder von anderen Menschen abhängig um zu überleben.
Wie alle Kinder auf der Welt haben auch die Straßenkinder Träume. Sie sehnen sich nach einem besseren Leben und nach dem Besuch der Schule, nach Bildung, die es ermöglichen könnte. Oftmals bleibt ihnen aber nicht die Zeit, um zur Schule zu gehen. In der Zeit während andere Kinder zur Schule gehen, müssen Straßenkinder arbeiten, um ihr Essen bezahlen zu können.

Dieser Realität waren sich der Förderverein "Camiri" e.V. und die Unterzeichner des externer LinkPartnerschaftsvertrages bewusst. Gemeinsam entwickelten sie eine Idee, wie den Straßenkindern durch ein Projekt Unterstützung gegeben werden kann. Förderung in Deutschland fand man bei der Berufsbildenden Schule VII (Sozialwesen) der Stadt Braunschweig.

Es entstand ein Projekt bei dem eine Gruppe von bis zu 15 arbeitenden Straßenkindern aus Camiri teilnehmen können. Die Kinder werden von den Organisatoren in Camiri angesprochen oder sie geben die Informationen über das Projekt untereinander weiter.
Jeden Tag können sie ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenhilfe, Zeit und Raum für Gespräche und einen Moment der Ruhe bekommen. Samstags gibt es dann zusätzlich Zeit für Spiele, etwas zu basteln oder ähnliches. Durch "Paten" werden die Straßenkinder auch darüber hinaus betreut. Die "Paten" besuchen die Kinder in der Schule und zu hause und geben ihnen eine allgemeine ideelle Unterstützung.

Gruppenbild
Fotos: CBASA, 2003

Die Straßenkinder müssen nun nicht mehr darum besorgt sein, dass sie mindestens ein Mal am Tag etwas zu Essen bekommen. Sie haben dadurch Zeit gewonnen um zur Schule zu gehen. Durch die Begleitung und Unterstützung soll sichergestellt werden, dass die Kinder die Schule wirklich besuchen und dass sie den Unterrichtsstoff bewältigen können. Weiterhin bietet das Projekt die Möglichkeit die Kreativität und das Sozialverhalten der Straßenkinder zu fördern, sie an das Leben anderer nicht arbeitender Kinder heranzuführen.

Das Straßenkinderprojekt wird derzeit in Camiri durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt. Die oder der im Zentrum lebende deutsche Freiwillige kann bei der Bewältigung der Arbeit mithelfen.
Von Juli bis Dezember 2003 konnten zwei Freiwillige aus Deutschland über das externer LinkASA-Programm (Arbeits- und Studien-Aufenthalte in Trägerschaft der Carl-Duisberg-Gesellschaft) direkt im Straßenkinderprojekt für jeweils drei Monate tätig werden.

Eva Alke, Freiburg / Breisgau

Thomas Kutter, Berlin

Beide Freiwillige haben inzwischen ihre Mitarbeit im Projekt beendet. Am Abschluß des Einsatzes stand eine Nachbereitung, die auch eine schriftliche Evaluation des Aufenthalts in Bolivien und der Mitarbeit im Projekt beinhaltete.

Seit dem 1. Januar 2009 ist dieses Projekt selbstständig geworden und hat das Kinder- und Jugendzentrum verlassen. In Zusammenarbeit mit Eltern werden die Jugendlichen nun auch in der Herstellung von Backwaren unterrichtet, durch deren Verkauf sich das Projekt selbst finanzieren soll. Die interner LinkBibliothek für Schülerinnen und Schüler ist gemeinsam ausgezogen, da durch die Nutzung des Internets der Bedarf nicht mehr gegeben war. Nun können die Bücher bei der Nachhilfe für die Kinder und Jugendlichen weiter genutzt werden.
Uns freut diese Entwicklung. Ein Projekt im Kinder- und Jugendzentrum zu starten, welches sich dann weiterentwickelt und eigenständig wird, zeigt zum einen, dass dieses Projekt sinnvoll und funktionstüchtig war und schafft zum anderen Raum für neue Projektideen.

 

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